Ottweiler ist eine weltoffene Kleinstadt im Saarland mit einer bis in das 9. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte. Es ist eine sehr wechselvolle Geschichte, in der sich Gründerzeiten und frommes Klosterleben ebenso finden, wie lange Zeiten feudaler Herrschaften über leibeigene Untertanen, in der es blühende Epochen und Phasen des Niedergangs, Jahre des Friedens und Jahrhunderte voller Krieg, Leid und Zerstörung gegeben hatte.

Historiker und Heimatkundler haben diese wechselvolle Geschichte gründlich erforscht und uns anschauliche Bilder der verschiedenen Zeiten und Epochen hinterlassen; am lebendigsten aus der Zeit der jüngeren Stadtgeschichte. Aber gerade diese jüngere, für uns heute hier Lebenden am besten nachvollziehbare Zeit hat noch weiße Flecken. Es sind dies die noch unbeschriebenen Seiten zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte unserer Stadt. Erst seit wenigen Jahren versuchen engagierte Menschen in Ottweiler, Licht in das Dunkel dieser Zeit zu bringen. Ihre Arbeit richtet sich gegen das Vergessen.

Denn es drohte in Vergessenheit zu geraten, dass es unter uns einmal Mitbürgerinnen und Mitbürger in einer lebendigen jüdischen Gemeinde gegeben hatte. Auch deren einziger, heute noch sichtbarer Nachlass, der jüdische Friedhof, den sie Haus des Lebens nannten, drohte in Vergessenheit zu geraten. Es drohte vor allem in Vergessenheit zu geraten, dass während der Zeit des NS diese jüdische Leben in Ottweiler vollständig ausgelöscht wurde. Denn auch Ottweiler hatte seinen Pogrom befehlsgemäß ausgeführt, auch die Ottweiler Juden wurden in die Vernichtungslager deportiert und dort ermordet, auch aus Ottweiler wurden jüdische Mitmenschen in die Flucht und Emigration getrieben. Dieses dunkelste Kapitel unserer Stadtgeschichte war uns von den Historikern und Heimatforschern nur als Buch mit lauter leeren Seiten hinterlassen worden; erst allmählich füllen sich seine Seiten. Wider das Vergessen.

Ottweiler ist unsere Heimatstadt, in der wir gerne zu Hause sind. Und für die wir uns engagieren. Wir wollen unseren kleinen Beitrag dazu leisten, den nach uns Kommenden eine weltoffene, lebenswerte kleine Stadt zu erhalten. Wir laden Sie dazu ein, sich ein wenig über Ottweiler zu informieren.

Ursula & Hans Werner Büchel



17. August 2016. Der »Brexit« hat vielen Menschen schockartig aber deutlich erkennbar vor Augen geführt, wohin politischer Populismus führen und welche Folgen er haben kann. Politischer Populismus ist kein neues Phänomen, sondern begleitet die Politik auch bei uns in Deutschland schon lange. Dabei arbeiten linke wie rechte Populisten häufig mit den gleichen Methoden. Oskar Lafontaine und Franz Schönhuber sind in der deutschen Nachkriegsgeschichte zwei bekannte Vertreter dafür.


Wem unsere Stadt, unser Land und unser Staat, wem Europa wirklich am Herzen liegt, der sollte sich gerade mit Blick auf die anstehenden Wahlen des kommenden Jahres immun machen gegen Populisten, egal aus welchem Lager sie auch immer stammen. Eine wirklich gute Hilfe bietet hier die neueste Ausgabe der »POLITISCHEN MEINUNG« (Nr. 539 Juli/August 2016) an. Unter dem Titel »Populismus - Diagnosen zu einem Phänomen« untersucht die Konrad-Adenauer-Stiftung im Themenschwerpunkt mit zahlreichen Beiträgen kompetenter Autoren Ursache, Wirkung und Folgen populistischen Denkens und Handelns. Erfahren Sie mehr darüber und klicken Sie hier.




Am Donnerstag, dem 8. September 2016 um 9 Uhr beginnt die dritte Verlegung von Stolpersteinen. Im Gedenken an die Schicksale jüdischer Familien, politisch Verfolgter und Euthanasieopfer während der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieses Projekt im Jahre 2013 in Ottweiler ins Leben gerufen wurde.

Die ersten drei Steine werden für Myrtel, Germania und Edmond Herrmann vor dem Haus Bahnhofstraße 25 verlegt. Danach geht es zur zweiten Verlegestelle im Schlosshof für Caroline Herrmann. An der dritten Stelle werden vor dem Haus Tenschstraße 25 (heute »Zwinger«) fünf Steine für Leo und Bertha Salomon sowie für Horst, Rosa und Flora Marx verlegt.

Im Anschluss an die Verlegung erfolgt eine Feierstunde im Historischen Sitzungssaal des Landratsamtes.

Über die Veranstaltung werde ich an dieser Stelle berichten.

17. August 2016 · Hans Werner Büchel